Bericht über die Digitale Frühjahrstagung

Bericht über die Digitale Frühjahrstagung

von ANNE FETSCHER

In den letzten Jahren ist es zur Tradition geworden, dass die Frühjahrstagung des AK Volontariat Mitteldeutschland in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste organisiert wird. Auch in diesem Jahr gaben die Referent:innen den teilnehmenden Volontär:innen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen einen Einblick in die Provenienzforschung in Deutschland und in die Arbeit der Stiftung. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die Frühjahrstagung in diesem Jahr nicht wie üblich in Magdeburg stattfinden, sondern wurde in Form einer digitalen Tagung veranstaltet. Moderiert wurde die Veranstaltung von den Sprecherinnen des Arbeitskreises Volontariat Mitteldeutschland LISA STRÖER, ANNE FETSCHER, WILMA SCHÜTZE und ALINA DEPNER.


Nach einer kleinen Kennenlernrunde und der Begrüßung durch LENA GRUNDHUBER, verantwortlich für Presse und Medien im Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, und LISA STRÖER, führte Dr. UWE HARTMANN, Leiter des Fachbereichs Provenienzforschung am Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste, in die Provenienzforschung zu NS-Raubkunst ein. Der Fokus lag hier vor allem auf der medialen Auseinandersetzung mit dem Thema Provenienzforschung in Deutschland. Fälle wie der „Schwabinger Kunstfund“ von 2013 erhielten große mediale Aufmerksamkeit. Damals fand man in der Wohnung des Sohnes des NS- Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt mehr als 1200 als verschollen gegoltene Kunstwerke. Dr. DAGMAR THESING, Projektberaterin für private Einrichtungen und Privatpersonen am Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, griff diesen Fall auf und sprach in diesem Zusammenhang über die Problematiken bei Privatsammlungen.


CATHLEEN TASLER, Ansprechpartnerin für die Bereiche Projektkoordination und Beratung öffentlicher Einrichtungen, gab einen Einblick in die Vorbereitung von Projekten zur Provenienzforschung. Diese reichen von der Eruierung eines Verdachtsmoments bis zur Konzeption eines Forschungsvorhabens.
SOPHIE LESCHIK, Referentin für NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut, ging anhand eines Beispiels – einer Grafik Achim von Menzels – auf die Methodiken der Provenienzforschung ein.


Die beiden am Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste entwickelten Datenbanken Lost-Art und Proveana stellten Dr. ANDREA BARESEL-BRAND und SABRINA WERNER vor. Die Lost-Art-Datenbank ist eine Plattform zur Dokumentation von Sach- und Fundmeldungen von NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kunst- und Kulturgütern und wird seit über 20 Jahren (seit 2015 vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, davor von der Koordinierungsstelle der Länder für die Rückführung von Kulturgütern) betrieben. Proveana wiederum ist eine bedeutend jüngere Forschungsdatenbank (seit Januar 2020), deren Aufgabe es ist, die Provenienzforschung durch die Dokumentation historischer Informationen zu erleichtern. Anders als in der Lost-Art-Datenbank werden hier mehrere Forschungskontexte berücksichtigt (NS-Zeit, SBZ/ DDR und die deutsche Kolonialgeschichte).


MATHIAS DEINERT referierte zum zweiten großen Schwerpunkt der Provenienzforschung in Deutschland: Kulturgutentziehungen in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Er gab den Volontär:innen einen historischen Abriss über die damaligen Bemühungen, Kunst- und Kulturgüter zu entziehen und zu verkaufen. Der Vortrag von Dr. JAN HÜSGEN gewährte einen Einblick in die Auseinandersetzung mit Sammlungs- und Kulturgut aus kolonialen Kontexten und der schwierigen Frage der Rückgabe. Dieser Forschungs- und Förderbereich ist der jüngste der drei vorgestellten – es gibt ihn erst seit Januar 2018 am Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste.
Abschließend beleuchtete SARAH FRÜNDT, Referentin für Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten einen Sonderfall der Provenienzforschung: den Umgang mit menschlichen Überresten.
Die Frühjahrstagung schloss mit einer kleinen Diskussionsrunde, im Rahmen derer Fragen gestellt werden konnten.

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