Zwischen „Innovation, Digitalisierung, Modernisierung“ – die Bundesvolontariatstagung 2019 #bvt19

Besonders zum Austausch und zur Vernetzung war die Bundesvolontärstagung 2019 wunderbar geeignet. Es war toll, so viele Volos aus allen Bundesländern zu treffen und dadurch neue Museen, aber auch Kolleginnen und Kollegen sowie deren Arbeitsbereiche kennenzulernen. Das Thema der Tagung traf genau den Zeitgeist und bot interessante Vorträge und Workshops rund um Digitalisierung, Modernisierung und den Umgang mit Social-Media-Kanälen in Kulturinstitutionen. So konnte ich einige neue Anregungen für meine tägliche Museumsarbeit mitnehmen und viele neue Kontakte knüpfen.

(Sara Oslislo, Wissenschaftliche Volontärin, Museum für Druckkunst Leipzig)

Die Bundesvolontariatstagung 2019 brachte am 7. und 8. März Volontärinnen und Volontäre aus ganz Deutschland zur Weiterbildung sowie zum Austausch in der Stadt Düsseldorf zusammen. Das Thema der diesjährigen Tagung brandaktuell und für die Zielgruppe durchaus gewinnbringend:

„Innovation, Digitalisierung, Modernisierung – wie sich unsere Museen verändern“.

Ein guter Anlass, um neue Impulse für das eigene Arbeitsumfeld zu erhalten sowie sich mit Kolleginnen und Kollegen zu vernetzen.

Laura Ebert, BVT 2019-Organisatorin und Volontärin am Goethe-Museum Düsseldorf, begrüßte über 150 Volontärinnen und Volontäre in der Heinrich-Heine-Universität, dem Veranstaltungsort der Tagung.
Prof. Dr. Hans-Martin Hinz (Universität Bayreuth) und Dr. Christian Gries (Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern) widmeten sich im Verlauf des Vormittages mit ihren Vorträgen dem Tagungsthema. Dabei wurde deutlich, dass sich Museen Strategien überlegen müssen, wie sie in Zukunft in der digitalen Welt agieren wollen und können. Je heterogener die Institutionen, desto facettenreicher sind dabei die Anwendungsmöglichkeiten. Jedoch verfügen nicht alle Häuser über die gleichen Voraussetzungen – dies betrifft neben den personellen oder finanziellen Ressourcen auch die technische Ausstattung oder das Wissen und die Anwendungsmöglichkeiten im Feld der neuen Medien. Im digitalen Zeitalter ist es für Museen nicht nur wichtig, wie sie künftig ihre Bestände bearbeiten und für wen, sondern auch, wie sie mit ihren Besuchern kommunizieren.
Obgleich ein Perspektivwechsel unumgänglich ist, kam darüber hinaus auch zum Tragen, dass eine digitale Souveränität nur gewährleistet werden kann, wenn analoge Möglichkeiten genutzt werden.

Für die Teilnehmenden von besonderem Interesse war die Auswertung des Arbeitskreises Volontariat zur Situation des Volontariates, die sich an die Vorträge anschloss. Als Grundlage diente die Analyse der Evaluation von 2017/2018. Neben statistischen Angaben über Durchschnittsalter, Einsatzorte, Gehalt etc. ging es vor allem um die Arbeitsbedingungen. Große Sorgen bereitet die Problematik eines sogenannten Scheinvolontariates, das heißt: Laut Vertrag handelt es sich bei dem Arbeitsverhältnis zwar um ein Volontariat, sprich ein Ausbildungsverhältnis, in der Praxis sieht man sich jedoch in der Position einer vollwertigen Arbeitskraft mit viel Verantwortung, allerdings ohne Ausbildungsplan. Tendenziell werden vermehrt Schwerpunktvolontariate angeboten und der Einsatz erfolgt – dem Tagungsthema entsprechend – überwiegend in den digitalen Bereichen. Bleibt nun die Frage: Sind die Entwicklungen als positiv zu betrachten? Diese Aussage wurde kritisch bewertet, zumal über 50 % der Volontäre und Volontärinnen nicht übernommen werden – das Wissen wird also de facto nicht im betreffenden Haus gehalten. Wer sich näher informieren möchte, kann auf der Homepage des AKs Volontariat im Deutschen Museumsbund gern nachlesen. Um auch künftig die Situation der Volontärinnen und Volontäre einschätzen zu können, bitten wir alle, an der Umfrage zur Situationteilzunehmen. Diese wird zeitnah per E-Mail versendet bzw. auf der Internetseite des AKs Volontariat im Deutschen Museumsbund zu finden sein.

Das Vormittagsprogramm am 8. März bestand ebenfalls aus Vorträgen. Vor allem der Beitrag unter dem Titel „Multaka – Treffpunkt Museum“ erhielt eine sehr positive Resonanz. Mit Esprit und Engagement berichteten die Referenten über ein Bildungsprojekt, für das Geflüchtete als Guides in Berliner Museen arbeiten. Getreu dem Motto „Kultur öffnet Welten“, soll das Museum gezielt als Ort der Kommunikation fungieren und Anknüpfungspunkte schaffen. Abschließende Programmpunkte waren die Wahl des neuen AKs Volontariat und der Standort der Bundesvolontariatstagung 2020. Aus fünf Städten gewann letztendlich DRESDEN das Rennen als Ausrichtungsort für die BVT 2020.  

An der BVT 2019 gefielen mir insbesondere die Beiträge zu den Themen, die meine Interessens- und Aufgabenbereichen betreffen. Sehr eindrücklich und inspirierend waren die Vorträge von Dr. Christian Gries (Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern) zu digitalen Strategien, Barbara Wolf (DHM Berlin) zu Kommunikationsstrategien sowie Salma Jreige und Hussam Zahim Mohammed zu ihrem Projekt „Multaka – Treffpunkt Museum“. 
Als angenehm empfand ich die Kommunikation auf Augenhöhe mit den meisten Vortragenden bzw. Workshop-Leiter/-innen. Es gab – trotz der teilweise großen Differenzen bzgl. der Arbeitserfahrungen – bei fast allen ein Interesse an Austausch und Kontaktaufnahme mit den Volontär/-innen. Auch untereinander war ein „Ins-Gespräch-Kommen“ mit den Kolleg/-innen aus ganz Deutschland sehr leicht möglich, vor allem beim abendlichen „Get-Together“ im Goethe-Museum. Am „Anfang“ der (kunst-)historischen bzw. musealen Laufbahn, wenn alle „Berufsbezeichnungen“ noch auf einem Niveau sind, Kontakte zu knüpfen und sich über die Arbeit auszutauschen, ist eine große Chance und kann der Grundstein für zukünftige Zusammenarbeit und sicherlich auch Freundschaften sein. Ich bin gespannt, wen ich bei der BVT 2020 oder darüber hinaus wiedersehen werde und in welche Richtungen sich die Werdegänge entwickeln werden.
😊

(Judith Ley, Volontärin Kommunikation, GRASSI Museum für Angewandte Kunst, Leipzig)

An beiden Tagen fand ein vielseitiges Nachmittagsprogramm statt, für das vorab individuelle Anmeldemöglichkeiten bestanden: In Workshops konnte man sich u.a. mit konkreten Umsetzungsstrategien von Apps und Virtual Reality im Museum beschäftigen. Auch weitere museumspädagogische Angebote, wie z.B. Siebdruck oder die Herstellung von Lebendmasken, zeigten, welche Vermittlungsaspekte bei Museumsbesucherinnen und -besuchern greifen können. Des Weiteren gab es Führungsangebote durch verschiedene Museen, Sammlungen und Gedenkstätten in Düsseldorf und Umgebung. Einen zusätzlichen Höhepunkt stellte das abendliche Get-Together im Goethe-Museum am 7. März dar: In entspannter Atmosphäre konnten sich alle Anwesenden bei Speis’ und Trank kennenlernen und ihre Netzwerke erweitern. 

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